Montag, 15. November 2010

Vorübergehendes Domizil: Richard's Place

Ich bin nun aus dem Hotel ausgezogen, weil Richard mir das generöse Angebot gemacht hat, mein Nachtlager in seinem Zuhause aufzuschlagen. Ich muss sagen, Richard wohnt 1a. Nicht weit von der Stadt, nicht weit von der Bucht und auch nicht weit vom deutschen Club. Man will ja doch ab und an unter Seinesgleichen weilen. Auf Dauer kann es nämlich ganz schön anstrengend werden, wenn man sich permanent mit Australiern auf Englisch unterhalten muss.

So, nun zeig ich Euch aber erst mal Richard sein Zuhause:
Richard wohnt quasi 10 Minuten von der Bucht, da wo der St. Kilda Segelclub ist. Das ist der Club, in dem die Boote im Hochhaus einsortiert sind. Ich habe hier mal ein Foto von der Bootsrampe mit dem Etagenlager im Hintergrund:



Wenn man genau hinschaut, dann kann man sehen, wie die Boote in mehreren Etagen in den Lagerhäusern übereinander gestapelt sind. Aber das wollte ich jetzt eigentlich nicht weiter ausführen. Viel interessanter ist ja eigentlich Richard sein Haus. Das ist wirklich sehr schön. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig neidisch bin und das Haus liebend gern mein Eigen nennen würde. Aber das erzähl ich ihm lieber nicht, sonst denkt er noch, dass ich ihn eines Nachts hinterrücks überfalle und meuchele, nur um dann das Haus für mich zu haben. Papperlapapp! Hier nun eine sogenannte informative Fotostrecke:


Das Haus von vorn. Obwohl es aussieht, als ob es von einer lärmenden Siedlung umgeben ist, ist es überraschen ruhig in dieser Gegend - und das, obwohl es so nah an der Innenstadt ist. Und auch der Vergnügungspark mit dem schönen Namen Lunapark ist nicht weit. Da kann man von hier sogar zu Fuss hingehen.

 
Der sogenannte Patio. Das ist quasi ein Hybrid aus Balkon und Terasse. Man kann den Balkon sozusagen von aussen betreten ohne anklopfen zu müssen. Wenn es draussen so richtig heiss ist, dann kann man sich hier wunderbar in seinen Klappstuhl setzen und das Geschehen auf der Strasse verfolgen. Ich muß Richard direkt mal fragen, ob er einenKlappstuhl hat.


So, hier ist das erste Photo von der Inneneinrichtung. Die Küche. Besonderes Augenmerk sollte auf den eingenischten Ofen geworfen werden. Hat schon mal jemand einen so kurzen Ofen gesehen? Der hat nur zwei Kochflächen nebeneinander. Ich hab noch zu Richard gesagt, dass das Backblech sicher ein Breitwandformat ist. Fand er dann aber nicht so komisch. Schade...

Auch interressant ist, dass der kleine Küchentisch mit vier Stühlen versehen ist. Wenn wir also mal von einem Tanzabend im Deutschen Club ein paar fesche Damen mitbringen, dann ist hier prima Platz um noch ein gemeinsames Afterparty-Tässchen zu trinken.


Und hier das amtliche, also das richtige Esszimmer. Ich persönlich finde ja, dass Richard seinem Hang zu Stühlen vielleicht doch etwas zu viel Freiraum gelassen hat. Ohne ihn schlecht zu machen, aber wie bitteschön kann man ein perfekter Gastgeber sein, wenn die Teller wegen Platzmangel von der Tischkante fallen oder man seinen Ellenbogen in der Suppe des Sitznachbarn hat? Ich hätte ja lieber zwei Stühle weniger und dafür etwas mehr Tisch gekauft. Aber ansonsten: Hohe Decken, Stuck, ein Kamin. So schön hatte ich es in Deutschland nicht.


Und hier mein Lieblingszimmer, die gute Stube. Richards Lieblingsplatz ist unschwer zu erkennen, wie ich finde. Und was mir auch gefällt ist, dass hier der Tisch einigermassen passend ausgefallen ist. Man stelle sich nur mal vor, er hätte auch hier noch einen Extrasessel reingestellt und statt des Wohnzimmertisches nur den Lampentisch in die Mitte gestellt. Da wären Kaffeflecken auf den Polstern und dem Teppich aber unvermeidbar gewesen und ständiges Nachkaufen von Tassen wäre sicherlich auch unausweichlich gewesen.

Von Schlafzimmer und Klo habe ich natürlich keine Bilder gemacht. Sowas tut man nicht, wie ich finde. Gerade, wo ich hier ja nun Gast bin, kann ich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und wie ein Eroberer das Domizil raumgreifen einnehmen.


Und hier für die, die es nochmal ganz genau wissen wollen, der Grundriss des Hauses. Sicherlich ist einigen aufgefallen, dass Norden hier im Westen liegen soll. Das stimmt aber nicht. Der Zeichner hat das nur deshalb so eingerichtet, damit der Grundriss einfacher zu lesen ist. Richard hat mir grosszügigerweise das hintere Schlafzimmer überlassen und auch sonst kann ich mich frei in seinem Haus bewegen.

Eine Garage ist auch noch frei. Mal sehen, ob ich mir noch mal ein Auto kaufe, auf meine alten Tage. Öffentliche Verkehrsmittel sind ja schön und gut. Aber in die Weingegend, oder ans Meer möchte man ja dann doch eher zügig, als den ganzen Tag von einer Haltestelle zur nächsten zu zuckeln und dann vielleicht auch noch den Anschluss verpassen und wohlmöglich in einer Haltestelle gezwungenermassen übernachten. Als Jungspund fand ich sowas ja immer toll. Das war Abenteuer pur. Heute kann man mich mit sowas allerdings nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

Naja. Ich muss mich jetzt erst mal mit Richard über Miete und Unkostenbeiträge unterhalten, damit unsere kleine WG nicht gleich wieder auseinanderbricht. Wäre doch schade.

Schönen Gruss,

Euer Paul

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