Aehnlich wie Grundnahrungsmittel ist der Winterreifen beim Konsumenten sehr begehrt. Jedoch ist die hohe Nachfrage saisonal bedingt. Waehrend er in Polarnaehe vor allem im Winter gern von Konsumenten gesehen wird, ist die allgemeine Nachfrage in aequatorialen Gegenden eher gering. Es gibt dort sogar Regionen in denen der Gehilfe des Winterreifens, die Schneekette, voellig unbekannt ist.
Es ist also kein Wunder, das weder die Reifen- noch
Schneekettenindustrie in der Lage sind ihr volles Potential
auszuschoepfen, wenn ganze Kontinente vorsaetzlich von der Versorgung
mit dem Noetigsten ausgeschlossen werden. Es gibt Stimmen die behaupten, dass dieser Notstand vor allem inkompetenten Marketingexperten zuzuschreiben ist, die in der Reifenindustrie taetig sind.
Onkel Pauls Australientagebuch
Das hier ist mein Tagebuch, von meinem neuen Leben in Australien. Damit die Verwandten und Bekannten zuhause sich keine Sorgen machen und wissen, dass ich versorgt bin, habe ich diesen Blog angefangen.
Montag, 31. März 2014
Mittwoch, 17. April 2013
Daenische Untertitel
Ist das schon wieder ein Jahr her, dass ich das letzte mal was von mir hoeren lassen habe? Das kann ja wohl nicht angehen. Es kommt mir vor, als waere es erst gestern gewesen. Naja, egal. Heute nur mal ganz kurz.
Aber bevor ich loslege hier noch ein Hinweis. Ich bin mal durch meine alten Eintraege gegangen und habe dabei festgestellt, dass diverse Bilder nicht mehr zur Verfuegung stehen. Am schlimmsten ist es mit dem Leberwurstbild von Aldi-Australien. Mit dem Bild steht und faellt mein ganzer Bericht. Es ist, als ob man einen Witz erzaehlt und dann die Pointe vergisst. Ganz schrecklich ist das.
Apropos schrecklich: Ich habe mich ja zu Beginn des Wintersemesters an der University of Melbourne als sogenannter Mature Age Student eingeschrieben. Der Grund: Richard rollt immer mit den Augen, wenn ich ihn mal wieder wegen etwas mit Computern frage. Er erzaehlt mir immer, dass er mir das schon hundert mal gesagt hat und dass es diesmal bestimmt das letzte Mal ist, dass er mir das erklaert. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ihm je eine dieser fragen schon mal gefragt zu haben. Offensichtlich nimmt Richard sich langsam zu wichtig und haelt sich fuer ein grosses IT-Ass. Aber nicht mit mir. Ich habe mich naemlich an der University of Melbourne als sogenannter Mature Age Student eingeschrieben. Richard rollt immer...
Warum sagt mir denn keiner was? Das habe ich doch eben gerade geschrieben. Aber das wollte ich ja auch gar nicht erzaehlen.
Was ich erzaehlen wollte ist, dass ich die Strassenbahn zum Kampus in Parkville nehme. Naja, heute war die Strassenbahn mal wieder so voll, dass ich stehen musste. Jedenfalls stand ich so da und schaute in die vorbeiziehende Strassenszene, als mir ploetzlich auffiel, das auf der Bank zwischen mir und dem Fenster, direkt vor mir ein Chinese kauerte und sich auf seinem Laptop einen amerikanischen Jesusfilm mit Brad Pitt ansah. Auf dem Bildschirm tauchten dann dauernd daenische Untertitel auf.
Ich habe die ganze restliche Fahrt bloede aus dem Fenster gegrinst, weil ich mir vorstellte, wenn ich das jemandem in Deutschland erzaehle, dann klingt das, als wuerde ich einen Witz erzaehlen. So ungefaehr "sitzt ein Chinese in einer Melbourner Strasenbahn und schaut sich auf seinem Laptop einen amerikanschen Jesusfilm mit Brad Pitt an, der daenische Untertitel hat."
Genauso war das. Und mir ging dauernd durch den Kopf: "Wieso kennt der Daenisch und was macht der dann in Melbourne? Und wieso sieht sich ein daenisch sprechender Chinese einen amerikanischen Film mit daenischen Untertitleln an? Vielleicht kann er gar kein Englisch. Aber was macht er denn in Melbourne? Wo man Englisch spricht, wie in amerikanischen Filmen?
Andererseits gibt es viele native Australier die mir erzaehlen, dass sie gern deutsch lernen wuerden. Vielleicht ist Daenisch ja in China gerade in Mode. Der Chinese mag ja im Allgemeinen gern Dinge die klein und niedlich sind - warum nicht auch eine Minderheitensprache?
Vielleicht sehe ich ihn ja mal wieder. Wenn er sich dann wieder einen amerikanischen Film (dieses mal vielleicht ueber Jehova, dann aber bestimmt nicht mit Brad Pitt. Das wuesste ich) mit daenischen Untertiteln ansieht werde ich ihn mal fragen, was es damit auf sich hat.
Andererseits, das macht gar keinen Sinn: Wir wuerden zusammen vier Sprachen beherrschen und uns trotzdem nicht verstehen.
Vorhin habe ich Richard davon erzaehlt und dass ich erstaunt war, dass Brad Pitt in Jesusfilmen mitspielt. Richard meinte, das waere auf erhoehten Drogenkonsum zurueckzufuehren. Ich wollte das jetzt nicht kategorisch ablehnen und habe dann versucht ihm zu erklaeren, dass da ja wohl Johnny Depp der bessere Kandidat waere.
Das Problem war aber, dass mir zuerst der Name "Johnny Depp" nicht einfallen wollte. Ich habe Richard dann gesagt, dass ich nach dem Namen von dem Schauspieler Suche, dessen Name Bloedmann auf Amerikansich ist, worauf Richard korrekt riet, nicht ohne hinzuzufuegen, dass Depp Bloedmann auf Deutsch waere. Nachdem dass dann geklaert war wusste ich aber nicht mehr, warum ich nach diesem Namen gesucht hatte, bis mir Richard dann erklaerte, dass ich ihm wohl sagen wollte, dass Johnny Depp wohl eher ein Kandidat fuer einen Jesusfilm hergeben wuerde aufgrund erhoehten Drogenkonsums.
Wie man deutlich erkennen kann, ich muss mein Hirn trainieren. Was hilft da besser als ein Studium der Informationstechnologie?
Aber bevor ich loslege hier noch ein Hinweis. Ich bin mal durch meine alten Eintraege gegangen und habe dabei festgestellt, dass diverse Bilder nicht mehr zur Verfuegung stehen. Am schlimmsten ist es mit dem Leberwurstbild von Aldi-Australien. Mit dem Bild steht und faellt mein ganzer Bericht. Es ist, als ob man einen Witz erzaehlt und dann die Pointe vergisst. Ganz schrecklich ist das.
Apropos schrecklich: Ich habe mich ja zu Beginn des Wintersemesters an der University of Melbourne als sogenannter Mature Age Student eingeschrieben. Der Grund: Richard rollt immer mit den Augen, wenn ich ihn mal wieder wegen etwas mit Computern frage. Er erzaehlt mir immer, dass er mir das schon hundert mal gesagt hat und dass es diesmal bestimmt das letzte Mal ist, dass er mir das erklaert. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ihm je eine dieser fragen schon mal gefragt zu haben. Offensichtlich nimmt Richard sich langsam zu wichtig und haelt sich fuer ein grosses IT-Ass. Aber nicht mit mir. Ich habe mich naemlich an der University of Melbourne als sogenannter Mature Age Student eingeschrieben. Richard rollt immer...
Warum sagt mir denn keiner was? Das habe ich doch eben gerade geschrieben. Aber das wollte ich ja auch gar nicht erzaehlen.
Was ich erzaehlen wollte ist, dass ich die Strassenbahn zum Kampus in Parkville nehme. Naja, heute war die Strassenbahn mal wieder so voll, dass ich stehen musste. Jedenfalls stand ich so da und schaute in die vorbeiziehende Strassenszene, als mir ploetzlich auffiel, das auf der Bank zwischen mir und dem Fenster, direkt vor mir ein Chinese kauerte und sich auf seinem Laptop einen amerikanischen Jesusfilm mit Brad Pitt ansah. Auf dem Bildschirm tauchten dann dauernd daenische Untertitel auf.
Ich habe die ganze restliche Fahrt bloede aus dem Fenster gegrinst, weil ich mir vorstellte, wenn ich das jemandem in Deutschland erzaehle, dann klingt das, als wuerde ich einen Witz erzaehlen. So ungefaehr "sitzt ein Chinese in einer Melbourner Strasenbahn und schaut sich auf seinem Laptop einen amerikanschen Jesusfilm mit Brad Pitt an, der daenische Untertitel hat."
Genauso war das. Und mir ging dauernd durch den Kopf: "Wieso kennt der Daenisch und was macht der dann in Melbourne? Und wieso sieht sich ein daenisch sprechender Chinese einen amerikanischen Film mit daenischen Untertitleln an? Vielleicht kann er gar kein Englisch. Aber was macht er denn in Melbourne? Wo man Englisch spricht, wie in amerikanischen Filmen?
Andererseits gibt es viele native Australier die mir erzaehlen, dass sie gern deutsch lernen wuerden. Vielleicht ist Daenisch ja in China gerade in Mode. Der Chinese mag ja im Allgemeinen gern Dinge die klein und niedlich sind - warum nicht auch eine Minderheitensprache?
Vielleicht sehe ich ihn ja mal wieder. Wenn er sich dann wieder einen amerikanischen Film (dieses mal vielleicht ueber Jehova, dann aber bestimmt nicht mit Brad Pitt. Das wuesste ich) mit daenischen Untertiteln ansieht werde ich ihn mal fragen, was es damit auf sich hat.
Andererseits, das macht gar keinen Sinn: Wir wuerden zusammen vier Sprachen beherrschen und uns trotzdem nicht verstehen.
Vorhin habe ich Richard davon erzaehlt und dass ich erstaunt war, dass Brad Pitt in Jesusfilmen mitspielt. Richard meinte, das waere auf erhoehten Drogenkonsum zurueckzufuehren. Ich wollte das jetzt nicht kategorisch ablehnen und habe dann versucht ihm zu erklaeren, dass da ja wohl Johnny Depp der bessere Kandidat waere.
Das Problem war aber, dass mir zuerst der Name "Johnny Depp" nicht einfallen wollte. Ich habe Richard dann gesagt, dass ich nach dem Namen von dem Schauspieler Suche, dessen Name Bloedmann auf Amerikansich ist, worauf Richard korrekt riet, nicht ohne hinzuzufuegen, dass Depp Bloedmann auf Deutsch waere. Nachdem dass dann geklaert war wusste ich aber nicht mehr, warum ich nach diesem Namen gesucht hatte, bis mir Richard dann erklaerte, dass ich ihm wohl sagen wollte, dass Johnny Depp wohl eher ein Kandidat fuer einen Jesusfilm hergeben wuerde aufgrund erhoehten Drogenkonsums.
Wie man deutlich erkennen kann, ich muss mein Hirn trainieren. Was hilft da besser als ein Studium der Informationstechnologie?
Dienstag, 3. April 2012
Endlich! Annehmbare Leberwurst in Australien
Hallo Allerseits und Entschuldigung fuer die lange Ruhepause. In meinem Alter kann man nicht mehr einfach so, hoppla-hop mal ein paar Zeilen auf den Bildschirm knallen. Schliesslich ist es ja auch in meinem Interesse, dass meine Leser mir folgen koennen. Also, im uebertragenen Sinne natuerlich. Dass sie mir auf der Strasse folgen koennen steht ja ausser Frage.
Kuerzlich habe ich mich mal wiederbei Aldi herumgetrieben, weil mir einfach nichts fuer Abendbrot einfallen wollte. Mein Hausgenosse Richard und ich belieben ja eher Abends etwas Warmes zu uns zu nehmen. Und manchmal, da hat man dann auch mal wieder richtig Lust auf die gute, alte Deutsche Hausmannskost. Naja, als ich dan am Fleisch- und Wurstwarenkuehltresen war ist mir ein Neuer Anbieter ins Auge gesprungen: Berg. Der wird mit zwei Tuettelchen ueber dem "e" geschrieben. Ich weiss jetzt gerade nicht, wie ich das hier machen soll, also beschreib' ich das lieber mal. Naja, dieser Anbieter hatte doch tatsaechlich Schwarzwadschinken im Angebot. Schwarzwaldschinken!
Wir haben uns dann natuerlich auch von unserem Baecker in Glen Iris lecker Roggenbrot besorgt. Schoen mit frisch gemahlenem, schwarzen Pfeffer - hat das geschmeckt! Natuerlich verlangt es einem nach solch einem kulinarischen Hochgenuss nach mehr. Also sind Richard und ich dann am folgenden Wochenende erneut nach Aldi gefahren um unsere Vorraete aufzufuellen. Man will ja versorgt sein. Aber jetzt kommts: Obwohl Schwarzwaldschinken fuer den Freund Deutscher Wurstwaren schwerlich zu toppen ist gab es ploetzlich auch noch Leberwurst von Berg.
Natuerlich haben wir noch am selben Abend einen Selbstversuch gestartet. Dazu harmonisiert helles Brot ganz ausgezeichnet. Es muss aber schon eine vernuenftige Kruste haben. Unsere Entscheidung fiel zugunsten eines Vienna. Das ist praktisch identisch mit einem klassischen, mitteleuropaeischen Weissbrot.
SA-GEN-HAFT! Kein Vergleich zu den ueblichen, hoffnungslosen Versuchen der lokalen Wurstwarenindustrie, eine Wurst zu kreieren, die dem deutschen Original nahe kommt. Ich habe keine Ahnung, warum sich australische Firmen so schwer tun mit der Herstellung von Leberwurst. Manchmal ist es ausgesprochen schwer zu erkunden, woraus der graue Brei besteht, der einem aus der Pelle entgegen quilt. Wir haben schon lustige Abende verbracht mit Inhaltsstoff Raten. Dinge wie Knochenmehl, Saegespaene, Vollkornmehl und Hufgranulat wurden oefters als einmal genannt.
Der naechste Schritt waere eine Kraeuterleberwurst, oder noch besser, eine Trueffelleberwurst. Aber das werde ich wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr erleben.
Wovor ich in diesem Zusammenhang schaerfstens warnen muss ist guenstige Wurst im Plastikdarm. Sie sieht aus wie Fleischwurst, und ist extrem billig. Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, ob Hunde auf der Wurst abgebildet sind. Ist dies der Fall: Finger weg.
Und wo wir gerade bei den kulinarsichen Genuessen der alten Heimat sind: Seit Kurzem gibt es auch Dr Oetker Pizza in der Tiefkuehle.Wer also als Tourist nach Australien kommt muss keineswegs auf Genuesse aus der Heimat verzichten.
Kuerzlich habe ich mich mal wiederbei Aldi herumgetrieben, weil mir einfach nichts fuer Abendbrot einfallen wollte. Mein Hausgenosse Richard und ich belieben ja eher Abends etwas Warmes zu uns zu nehmen. Und manchmal, da hat man dann auch mal wieder richtig Lust auf die gute, alte Deutsche Hausmannskost. Naja, als ich dan am Fleisch- und Wurstwarenkuehltresen war ist mir ein Neuer Anbieter ins Auge gesprungen: Berg. Der wird mit zwei Tuettelchen ueber dem "e" geschrieben. Ich weiss jetzt gerade nicht, wie ich das hier machen soll, also beschreib' ich das lieber mal. Naja, dieser Anbieter hatte doch tatsaechlich Schwarzwadschinken im Angebot. Schwarzwaldschinken!
Wir haben uns dann natuerlich auch von unserem Baecker in Glen Iris lecker Roggenbrot besorgt. Schoen mit frisch gemahlenem, schwarzen Pfeffer - hat das geschmeckt! Natuerlich verlangt es einem nach solch einem kulinarischen Hochgenuss nach mehr. Also sind Richard und ich dann am folgenden Wochenende erneut nach Aldi gefahren um unsere Vorraete aufzufuellen. Man will ja versorgt sein. Aber jetzt kommts: Obwohl Schwarzwaldschinken fuer den Freund Deutscher Wurstwaren schwerlich zu toppen ist gab es ploetzlich auch noch Leberwurst von Berg.
Natuerlich haben wir noch am selben Abend einen Selbstversuch gestartet. Dazu harmonisiert helles Brot ganz ausgezeichnet. Es muss aber schon eine vernuenftige Kruste haben. Unsere Entscheidung fiel zugunsten eines Vienna. Das ist praktisch identisch mit einem klassischen, mitteleuropaeischen Weissbrot.
SA-GEN-HAFT! Kein Vergleich zu den ueblichen, hoffnungslosen Versuchen der lokalen Wurstwarenindustrie, eine Wurst zu kreieren, die dem deutschen Original nahe kommt. Ich habe keine Ahnung, warum sich australische Firmen so schwer tun mit der Herstellung von Leberwurst. Manchmal ist es ausgesprochen schwer zu erkunden, woraus der graue Brei besteht, der einem aus der Pelle entgegen quilt. Wir haben schon lustige Abende verbracht mit Inhaltsstoff Raten. Dinge wie Knochenmehl, Saegespaene, Vollkornmehl und Hufgranulat wurden oefters als einmal genannt.
Der naechste Schritt waere eine Kraeuterleberwurst, oder noch besser, eine Trueffelleberwurst. Aber das werde ich wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr erleben.
Wovor ich in diesem Zusammenhang schaerfstens warnen muss ist guenstige Wurst im Plastikdarm. Sie sieht aus wie Fleischwurst, und ist extrem billig. Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, ob Hunde auf der Wurst abgebildet sind. Ist dies der Fall: Finger weg.
Und wo wir gerade bei den kulinarsichen Genuessen der alten Heimat sind: Seit Kurzem gibt es auch Dr Oetker Pizza in der Tiefkuehle.Wer also als Tourist nach Australien kommt muss keineswegs auf Genuesse aus der Heimat verzichten.
Mittwoch, 9. November 2011
GRI - Das neue Alkohol-Am-Steuer
Nachdem nun mein Hausgenosse Richard im letzten Monat etwas zum Thema Passwörter geschrieben hat, fühle ich mich im höchsten Masse motiviert auch mal etwas zum Thema Technologie zu sagen.
Ich weiss ja nicht, wie es Euch geht, wenn ihr auf der Strasse unterwegs seid - besonders in der Stadt. Ich habe den Eindruck die Text-Message-Süchtigen werden auch immer mehr. Dauernd muss man irgendjemandem ausweichen, der einem mit gesenktem Kopf und nachgezogenen Füssen entgegenkommt, während er mit heftig zirkulierendem Daumen auf sein Mobiltelefon eintippt. Der einzige Unterschied zu Zombies ist, dass Texter keine Zeit haben zu beissen. Aber wer weiss, vielleicht kommt das auch noch.
Kürzlich habe ich mich bei meinem Hausarzt, Dr O'Keefe, eines Gesundheitschecks unterzogen und ihn mal gefragt, ob diese neue Marotte der jungen Leute eigentlich gefährlich ist. Wie sich heraus stellte habe ich da eine Büchse der Pandora geöffnet. Neben seiner Praxistätigkeit arbeitet er auch Teilzeit, in der Notaufnahme des Alfred Hospitals in St. Kilda. Er versicherte mir, dass vor nicht allzu langer Zeit ein junger Patient in die Notaufnahme kam. Obwohl der Verdacht bestand, dass er sich das Schienbein gebrochen hatte, schien der Patient an diesem Umstand überhaupt kein Interesse zu zeigen. Dr O'Keefe war der Meinung, man könne zu diesem Patienten wohl nur noch per SMS durchdringen:
"PING! Sie haben eine neue Nachricht:
Hallo! Hier ist Dr O'Keefe, Ihr Arzt, der Sie gerade in der Notaufnahme des Royal Alfred Krankenhauses behandelt. Ich war gerade dabei Ihre Krankengeschichte aufzunehmen, um etwas zu beheben, das wie ein gebrochenes Scheinbein aussieht. Da Sie aber mehr mit Ihren Text-Messages beschäftigt sind, habe ich mich dazu entschieden, meine Aufmerksamkeit derweil anderen Patienten zu widmen. Was halten Sie davon, mir eine Rückmeldung zu schicken, wenn Sie mit ihren anderen Messages fertig sind?"
Natürlich hat Dr O'Keefe eine solche Message bisher nicht geschickt. Aber in Anbetracht der Sachlage, dass immer mehr Jugendliche der Generation Y den Weg in seine Praxis finden, mit Symptomen von GRI (Gadget Related Injuries - sowas wie Mobilgeraetbedingte Verletzungen, also MGBV), ist der Gedanke sehr reizvoll.
Dr O'Keefe versicherte mir, dass in den letzten acht Jahren, in denen er in der Notaufnahme gearbeitet hat, die Anzahl der GRIs drastisch zugenommen hat. Mich wundert das ja nicht. Man muss sich nur mal in der Rush Hour in Melbourne an den Strassenrand stellen und einfach beobachten, was da so los ist. Ich muss zugeben, ich war beeindruckt. In der Zeit, in der ich die Leute beobachtete, die an einer Kreuzung auf das grüne Männchen warteten, war ungelogen mindesten einer von Dreien damit beschäftigt, entweder an seinem Mobiltelefon, I-Pod oder MP3-Player herumzufummeln. Diejenigen an vorderster Front wurden von vorbeirauschenden Bussen und Lastern nur um Zentimeter verfehlt, während sie vollkommen damit in Beschlag genommen waren, zu texten, zu tweeten, zu boppen, mit Onlinespielen herumzudaddeln oder ihren Facebookstatus zu aktualisieren. Die Ampel schaltete auf grün und ohne auch nur einmal kurz aufzuschauen schafften es die Zombies aneinander vorbei auf die andere Strassenseite, während sie weiter vor sich hin fummelten und dabei keinen einzigen Menschen umrannten. In der Wissenschaft heisst dieses Phänomen "komplexes adaptives System". Anhand dieser Systeme wird erklärt, wie Vögel und Fische es in Schwärmen vermeiden, bei hoher Geschwindigkeit im Chaos zu versinken. Während die Generation Text offensichtlich die Regeln komplexer adaptiver Systeme verinnerlicht hat, sind die restlichen zwei Drittel von uns mit komischen Tänzen beschäftigt, in dem verzweifelten Versuch herauszufinden, wer nun wohin geht und in welche Richtung man am besten ausweichen kann.
Dennoch, die Zeichen der natürlichen Auslese stehen gegen die Generation Text, welche auch auf Rolltreppen, Trimmrädern, Laufbändern, ja sogar freihändig vor dem Urinal texten. Unfälle sind vorprogrammiert. Ich habe mal zu diesem Thema auf Youtube recherchiert und es gibt tatsächlich eine Videoaufnahme aus einem amerikanischen Shopping Center, in dem eine Passantin textenderweise schnurstracks in einen Springbrunnen stolpert.
Wie die Amerikaner so sind - als solches laut und selbtverliebt, aber überfordert mit einfachen Dingen - suchen sie anschliessend nach jemandem, den sie verklagen können. Wenn ich also dieser Logik folgend in den USA mein Auto an einem Baum zu Schrott fahre, verklage ich das Gartenbauamt, weil sie mir einen Baum in den Weg gepflanzt haben. Naja, das ist ein anderes Thema...
Es gibt noch weitere Beispiele. So ist z.B. in New York eine Texterin durch ein offenes Gulliloch, in den Abfluss geplumpst. Auch diese Kandidatin denkt daran zu klagen.
Mir fällt es schwer NICHT über solche Vorfälle und die tragischen Protagonisten zu lachen, die andere wegen ihrer eigenen Unfähigkeit verklagen wollen.
Wenn ein Jugendlicher auf der Strasse vor sich hin radelt, keinen Helm auf hat, dafür aber einen Kopfhörer und seine gesamte Aufmerksamkeit auf sein I-Phone richtet - ist das nicht eine neue Form von Darwinismus? Eine Welt der natuerlichen Auslese, in der der Stärkere überlebt und der Dümmere sich selbst aus der Nahrungskette entfernt?
Dr O'Keefe könnte einen ganzen Abend mit Anekdoten über GRI-Vorfälle füllen. Die einzige Geschichte, die nicht in der Rubrik Unfall durchging war ein älteres, klappbares Mobiltelefon, das den Weg in ein unglückseliges Rektum gefunden hatte. Dr. O'Keefe erklärte mir lachend, dass er gern auch mal an dieses Telefon getextet hätte - mal sehen wie das klingt, wenn die Message empfangen wurde... Dennoch, er ist einer derjenigen, die GRIs alles andere als witzig finden. In der Notaufnahme laufen keine chronischen Fälle von verletzten Fingern, Daumen, Handgelenken und Sehnen ein - auch Nintendonitis oder Wii-Knie genannt - es sind in der Mehrzahl gebrochene Handgelenke oder Frakturen der Knöchel und Schienbeine, sowie ausgekugelte Schultern. Dr O'Keefe erklärte mir, dass Texter lieber ihr mobiles Gerät schützen, wenn sie fallen, als ihren Körper. Die Unfallstatistiken liegen versteckt in Verkehrsunfällen und Stolper- und Fallverletzungen, in denen die Gadgets zwar Auslöser des Ungemachs sind, aber in der Beschreibung der Vorfälle in den Hintergrund treten. Ausserdem ist da noch der Peinlichkeitsfaktor. Wie Dr O'Keefe treffend formulierte, wer gibt schon gern zu, dass er textenderweise die Rolltreppe hinuntergefallen ist, gegen einen Pfeiler oder in einen Springbrunnen gelaufen ist. Kleinere alkoholbedingte Unfälle sind stets ein Grund zur allgemeinen Belustigung; Vorfälle die im Zusammenhang mit Text-Messaging passieren sind in der Regel uncool und hochnotpeinlich. Einige darunter auch tödlich.
Im letzten Jahr soll eine Passantin mit Kopfhörern auf dem Kopf in einen Krankenwagen gelaufen und überfahren worden sein. Zeugen berichteten, dass der Krankenwagen zum gegebenen Zeitpunkt die Sirenen an hatte. In der Nähe von Geelong wurde eine 86-jährige getötet, als das Auto in dem sie mitfuhr von einem 19-jährigen Fahrer gerammt wurde. Der Unfallverursacher hatte in den 20 Minuten vor dem Unfall zwei Telefonanrufe gemacht und acht Textnachrichten verschickt. In einem Parkhaus in Melbourne fiel ein junger Mann aus dem 7. Stock und verunglückte tödlich, weil er mit Texten abgelenkt war, als er zwei seiner Freunde zu ihrem Auto begleitete. Ein 52-jähriger Tri-Athlet und Vater von drei Kindern wurde in Lake Maquarie beim Fahrradtraining getötet, als ein Fahrer ohne Führerschein mit Texten beschaeftigt war und ihn von hinten überrollte. Im Oktober wurde eine 15-jährige in Melbourne von einem Zug erfasst, während sie mit Kopfhörern ihrem I-Pod lauschte.
Dieses Gemetzel zeigt auf, wie abgelenkte Gadgetbenutzer sich und Andere in Gefahr bringen. Es gibt verschiedene Studien die sagen, dass das Benutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt die Unfallwahrscheinlichkeit vervierfacht und dass die Reaktionszeiten denen eines angetrunkenen Autofahrers entsprechen. Besorgte Versicherer behaupten, dass in 2011 geschätzte 11 Milliarden Textmessages allein in Australien während der Fahrt erstellt und abgeschickt werden.
Mit diesen Zahlen im Hnterkopf, wer wagt sich da noch mit gesenktem Kopf über die Strasse?
Im letzten Jahr hat das Pedestrian Council of Australia (PCA) die Werbekampagne, 'Lambs to the Slaughter' (Laemmer ins Schlachthaus) gestartet. Schafsköpfige Fussgänger laufen bei rot über die Ampel, ausgestattet mit allen möglichen mobilen Geräten. Der Sprecher der PCA, Harold Scruby sagt, dass sich eine GRI-Epedemie ankündigt.
Neuere Studien aus den USA ergeben, dass über 16000 tödliche Unfälle in Verbindung mit Text-Messaging stehen. In 28% der Fälle sind Mobiltelefone die Ursache. Weil Hersteller von Mobilgeräten hemmungslos die Risiken heruntergespielt haben und Kundenaufklärung über Regelungsmassnahmen stellen, werden sie inzwischen von einigen Seiten mit der Zigarettenindustrie verglichen. Während dessen sehen Anwälte eine neue lukrative Niche für ihre Arbeit, weigern sich Versicherer, nachlässige Autofahrer zu versichern und befindet sich Oprah Winfrey auf einem persönlichen Kreuzzug, um Autos zu einer No-Phone-Zone zu machen.
Der US Verkehrsminister hat die Absicht erklärt, alle mobilen Kommuniktionsgeräte aus Fahrzeugen zu entfernen. Behörden verfeinern ihre Gesetze und erhöhen die Strafen und erweitern den gesetzlichen Einflussbereich in einigen Fällen auch auf Fussgänger.
Einige glauben, dass der Bevormundungsstaat wahnsinnig geworden ist, aber Leute wie Dr O'Keefe haben wenig Hoffnung für Alternativen. "Junge Leute glauben, das sie unverwundbar sind und lassen sich auch nach schweren Unfällen umgehend wieder von ihren Gadgets ablenken. Dr O'Keefe kennt einen Kollegen, der berichtete, dass ein Patient Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon machte und das Video an seine Freunde schickte, während sein Kollege ihn wieder zusammennähte. Solche Patienten werden wahrscheinlich sogar noch ihren Status updaten, waehrend sie auf dem Sterbebett den Löffel abgeben. Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass die Unfallrate in Australien seit 1990 um die Hälfte gesunken ist, weil die Regierung dem Volk weitgehend die Macht entzogen hat, sich selbst und andere umzubringen. "Stellen Sie sich nur mal das Schlachtfest vor, wenn es keine Alkoholtests, Sitzgurte, Fahrzeugsicherheitsstandards und Fahrradhelme geben würde". In der Litaeratur werden Phänomene wie GRI als ein entstehendes Verletzungsvermeidungs- problem beschrieben (an emerging injury-prevention concern), aber fuer Dr O'Keefe ist es schlicht die neue Version von Alkohol am Steuer.
Ich muss dazu aber auch ergänzen, dass es erheblich leichter ist in Australien an einen Führerschein zu kommen als in Deutschland. Man klebt sich ein gelbes Quadrat mit einem schwarzen L auf's Auto, setzt sich auf den Beifahrersitz und dann darf Sohnemann oder Töchterchen ans Lenkrad. Die Verkehrsbehörde ist erst dann involviert, wenn es zur Prüfung kommt. Bewusstsein schaffen für ethische Regeln im Strassenverkehr sind dann allein der Fantasie des Beifahrers mit Führerschein - Freund, Freundin, Mamma, Pappa - überlassen. Und wenn der Spross dann 18 ist, dann kann er sich eine Höllenmaschine mit V8 Motor und 400 PS besorgen und damit seine Kumpels um die Blöcke fahren. Dass man mit so einem Auto nicht brav am Kanntstein entlangschleicht ist doch wohl bar jeder Diskussion oder? Und dann schön mit 110 im Feierabendverkehr den Highway runter, den Kumpels texten, dass man gerade mit 110 den Highway runter fährt, die Freundin anrufen, dass man gerade auf dem Weg zu ihr ist und nur noch 5 Minuten braucht etc. pp.
Ich bin ja nun schon eine ganze Weile aus Deutschland weg, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da auch so ein Problem ist, weil Fahrschule Pflicht ist und Bewusstsein für die Gefahren des Textens während der Fahrt erzeugt wird - vielleicht auch mit drastischem Bildmaterial. Die TAC (Tranport Accident Commission) ist für derartige Antiwerbung in Australien zuständig. Aber im Moment beschäftigen sie sich noch mit traditionellen Problemen, wie zu schnellem Fahren und Drogen am Steuer.
Zum Thema Mobiltelefon im Auto habe ich noch nichts gesehen. Wäre dann aber wohl auch ziemlich drastisch in der Umsetzung, denke ich...
Ich weiss ja nicht, wie es Euch geht, wenn ihr auf der Strasse unterwegs seid - besonders in der Stadt. Ich habe den Eindruck die Text-Message-Süchtigen werden auch immer mehr. Dauernd muss man irgendjemandem ausweichen, der einem mit gesenktem Kopf und nachgezogenen Füssen entgegenkommt, während er mit heftig zirkulierendem Daumen auf sein Mobiltelefon eintippt. Der einzige Unterschied zu Zombies ist, dass Texter keine Zeit haben zu beissen. Aber wer weiss, vielleicht kommt das auch noch.
Kürzlich habe ich mich bei meinem Hausarzt, Dr O'Keefe, eines Gesundheitschecks unterzogen und ihn mal gefragt, ob diese neue Marotte der jungen Leute eigentlich gefährlich ist. Wie sich heraus stellte habe ich da eine Büchse der Pandora geöffnet. Neben seiner Praxistätigkeit arbeitet er auch Teilzeit, in der Notaufnahme des Alfred Hospitals in St. Kilda. Er versicherte mir, dass vor nicht allzu langer Zeit ein junger Patient in die Notaufnahme kam. Obwohl der Verdacht bestand, dass er sich das Schienbein gebrochen hatte, schien der Patient an diesem Umstand überhaupt kein Interesse zu zeigen. Dr O'Keefe war der Meinung, man könne zu diesem Patienten wohl nur noch per SMS durchdringen:
"PING! Sie haben eine neue Nachricht:
Hallo! Hier ist Dr O'Keefe, Ihr Arzt, der Sie gerade in der Notaufnahme des Royal Alfred Krankenhauses behandelt. Ich war gerade dabei Ihre Krankengeschichte aufzunehmen, um etwas zu beheben, das wie ein gebrochenes Scheinbein aussieht. Da Sie aber mehr mit Ihren Text-Messages beschäftigt sind, habe ich mich dazu entschieden, meine Aufmerksamkeit derweil anderen Patienten zu widmen. Was halten Sie davon, mir eine Rückmeldung zu schicken, wenn Sie mit ihren anderen Messages fertig sind?"
Natürlich hat Dr O'Keefe eine solche Message bisher nicht geschickt. Aber in Anbetracht der Sachlage, dass immer mehr Jugendliche der Generation Y den Weg in seine Praxis finden, mit Symptomen von GRI (Gadget Related Injuries - sowas wie Mobilgeraetbedingte Verletzungen, also MGBV), ist der Gedanke sehr reizvoll.
Dr O'Keefe versicherte mir, dass in den letzten acht Jahren, in denen er in der Notaufnahme gearbeitet hat, die Anzahl der GRIs drastisch zugenommen hat. Mich wundert das ja nicht. Man muss sich nur mal in der Rush Hour in Melbourne an den Strassenrand stellen und einfach beobachten, was da so los ist. Ich muss zugeben, ich war beeindruckt. In der Zeit, in der ich die Leute beobachtete, die an einer Kreuzung auf das grüne Männchen warteten, war ungelogen mindesten einer von Dreien damit beschäftigt, entweder an seinem Mobiltelefon, I-Pod oder MP3-Player herumzufummeln. Diejenigen an vorderster Front wurden von vorbeirauschenden Bussen und Lastern nur um Zentimeter verfehlt, während sie vollkommen damit in Beschlag genommen waren, zu texten, zu tweeten, zu boppen, mit Onlinespielen herumzudaddeln oder ihren Facebookstatus zu aktualisieren. Die Ampel schaltete auf grün und ohne auch nur einmal kurz aufzuschauen schafften es die Zombies aneinander vorbei auf die andere Strassenseite, während sie weiter vor sich hin fummelten und dabei keinen einzigen Menschen umrannten. In der Wissenschaft heisst dieses Phänomen "komplexes adaptives System". Anhand dieser Systeme wird erklärt, wie Vögel und Fische es in Schwärmen vermeiden, bei hoher Geschwindigkeit im Chaos zu versinken. Während die Generation Text offensichtlich die Regeln komplexer adaptiver Systeme verinnerlicht hat, sind die restlichen zwei Drittel von uns mit komischen Tänzen beschäftigt, in dem verzweifelten Versuch herauszufinden, wer nun wohin geht und in welche Richtung man am besten ausweichen kann.
Dennoch, die Zeichen der natürlichen Auslese stehen gegen die Generation Text, welche auch auf Rolltreppen, Trimmrädern, Laufbändern, ja sogar freihändig vor dem Urinal texten. Unfälle sind vorprogrammiert. Ich habe mal zu diesem Thema auf Youtube recherchiert und es gibt tatsächlich eine Videoaufnahme aus einem amerikanischen Shopping Center, in dem eine Passantin textenderweise schnurstracks in einen Springbrunnen stolpert.
Wie die Amerikaner so sind - als solches laut und selbtverliebt, aber überfordert mit einfachen Dingen - suchen sie anschliessend nach jemandem, den sie verklagen können. Wenn ich also dieser Logik folgend in den USA mein Auto an einem Baum zu Schrott fahre, verklage ich das Gartenbauamt, weil sie mir einen Baum in den Weg gepflanzt haben. Naja, das ist ein anderes Thema...
Es gibt noch weitere Beispiele. So ist z.B. in New York eine Texterin durch ein offenes Gulliloch, in den Abfluss geplumpst. Auch diese Kandidatin denkt daran zu klagen.
Mir fällt es schwer NICHT über solche Vorfälle und die tragischen Protagonisten zu lachen, die andere wegen ihrer eigenen Unfähigkeit verklagen wollen.
Wenn ein Jugendlicher auf der Strasse vor sich hin radelt, keinen Helm auf hat, dafür aber einen Kopfhörer und seine gesamte Aufmerksamkeit auf sein I-Phone richtet - ist das nicht eine neue Form von Darwinismus? Eine Welt der natuerlichen Auslese, in der der Stärkere überlebt und der Dümmere sich selbst aus der Nahrungskette entfernt?
Dr O'Keefe könnte einen ganzen Abend mit Anekdoten über GRI-Vorfälle füllen. Die einzige Geschichte, die nicht in der Rubrik Unfall durchging war ein älteres, klappbares Mobiltelefon, das den Weg in ein unglückseliges Rektum gefunden hatte. Dr. O'Keefe erklärte mir lachend, dass er gern auch mal an dieses Telefon getextet hätte - mal sehen wie das klingt, wenn die Message empfangen wurde... Dennoch, er ist einer derjenigen, die GRIs alles andere als witzig finden. In der Notaufnahme laufen keine chronischen Fälle von verletzten Fingern, Daumen, Handgelenken und Sehnen ein - auch Nintendonitis oder Wii-Knie genannt - es sind in der Mehrzahl gebrochene Handgelenke oder Frakturen der Knöchel und Schienbeine, sowie ausgekugelte Schultern. Dr O'Keefe erklärte mir, dass Texter lieber ihr mobiles Gerät schützen, wenn sie fallen, als ihren Körper. Die Unfallstatistiken liegen versteckt in Verkehrsunfällen und Stolper- und Fallverletzungen, in denen die Gadgets zwar Auslöser des Ungemachs sind, aber in der Beschreibung der Vorfälle in den Hintergrund treten. Ausserdem ist da noch der Peinlichkeitsfaktor. Wie Dr O'Keefe treffend formulierte, wer gibt schon gern zu, dass er textenderweise die Rolltreppe hinuntergefallen ist, gegen einen Pfeiler oder in einen Springbrunnen gelaufen ist. Kleinere alkoholbedingte Unfälle sind stets ein Grund zur allgemeinen Belustigung; Vorfälle die im Zusammenhang mit Text-Messaging passieren sind in der Regel uncool und hochnotpeinlich. Einige darunter auch tödlich.
Im letzten Jahr soll eine Passantin mit Kopfhörern auf dem Kopf in einen Krankenwagen gelaufen und überfahren worden sein. Zeugen berichteten, dass der Krankenwagen zum gegebenen Zeitpunkt die Sirenen an hatte. In der Nähe von Geelong wurde eine 86-jährige getötet, als das Auto in dem sie mitfuhr von einem 19-jährigen Fahrer gerammt wurde. Der Unfallverursacher hatte in den 20 Minuten vor dem Unfall zwei Telefonanrufe gemacht und acht Textnachrichten verschickt. In einem Parkhaus in Melbourne fiel ein junger Mann aus dem 7. Stock und verunglückte tödlich, weil er mit Texten abgelenkt war, als er zwei seiner Freunde zu ihrem Auto begleitete. Ein 52-jähriger Tri-Athlet und Vater von drei Kindern wurde in Lake Maquarie beim Fahrradtraining getötet, als ein Fahrer ohne Führerschein mit Texten beschaeftigt war und ihn von hinten überrollte. Im Oktober wurde eine 15-jährige in Melbourne von einem Zug erfasst, während sie mit Kopfhörern ihrem I-Pod lauschte.
Dieses Gemetzel zeigt auf, wie abgelenkte Gadgetbenutzer sich und Andere in Gefahr bringen. Es gibt verschiedene Studien die sagen, dass das Benutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt die Unfallwahrscheinlichkeit vervierfacht und dass die Reaktionszeiten denen eines angetrunkenen Autofahrers entsprechen. Besorgte Versicherer behaupten, dass in 2011 geschätzte 11 Milliarden Textmessages allein in Australien während der Fahrt erstellt und abgeschickt werden.
Mit diesen Zahlen im Hnterkopf, wer wagt sich da noch mit gesenktem Kopf über die Strasse?
Im letzten Jahr hat das Pedestrian Council of Australia (PCA) die Werbekampagne, 'Lambs to the Slaughter' (Laemmer ins Schlachthaus) gestartet. Schafsköpfige Fussgänger laufen bei rot über die Ampel, ausgestattet mit allen möglichen mobilen Geräten. Der Sprecher der PCA, Harold Scruby sagt, dass sich eine GRI-Epedemie ankündigt.
Neuere Studien aus den USA ergeben, dass über 16000 tödliche Unfälle in Verbindung mit Text-Messaging stehen. In 28% der Fälle sind Mobiltelefone die Ursache. Weil Hersteller von Mobilgeräten hemmungslos die Risiken heruntergespielt haben und Kundenaufklärung über Regelungsmassnahmen stellen, werden sie inzwischen von einigen Seiten mit der Zigarettenindustrie verglichen. Während dessen sehen Anwälte eine neue lukrative Niche für ihre Arbeit, weigern sich Versicherer, nachlässige Autofahrer zu versichern und befindet sich Oprah Winfrey auf einem persönlichen Kreuzzug, um Autos zu einer No-Phone-Zone zu machen.
Der US Verkehrsminister hat die Absicht erklärt, alle mobilen Kommuniktionsgeräte aus Fahrzeugen zu entfernen. Behörden verfeinern ihre Gesetze und erhöhen die Strafen und erweitern den gesetzlichen Einflussbereich in einigen Fällen auch auf Fussgänger.
Einige glauben, dass der Bevormundungsstaat wahnsinnig geworden ist, aber Leute wie Dr O'Keefe haben wenig Hoffnung für Alternativen. "Junge Leute glauben, das sie unverwundbar sind und lassen sich auch nach schweren Unfällen umgehend wieder von ihren Gadgets ablenken. Dr O'Keefe kennt einen Kollegen, der berichtete, dass ein Patient Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon machte und das Video an seine Freunde schickte, während sein Kollege ihn wieder zusammennähte. Solche Patienten werden wahrscheinlich sogar noch ihren Status updaten, waehrend sie auf dem Sterbebett den Löffel abgeben. Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass die Unfallrate in Australien seit 1990 um die Hälfte gesunken ist, weil die Regierung dem Volk weitgehend die Macht entzogen hat, sich selbst und andere umzubringen. "Stellen Sie sich nur mal das Schlachtfest vor, wenn es keine Alkoholtests, Sitzgurte, Fahrzeugsicherheitsstandards und Fahrradhelme geben würde". In der Litaeratur werden Phänomene wie GRI als ein entstehendes Verletzungsvermeidungs- problem beschrieben (an emerging injury-prevention concern), aber fuer Dr O'Keefe ist es schlicht die neue Version von Alkohol am Steuer.
Ich muss dazu aber auch ergänzen, dass es erheblich leichter ist in Australien an einen Führerschein zu kommen als in Deutschland. Man klebt sich ein gelbes Quadrat mit einem schwarzen L auf's Auto, setzt sich auf den Beifahrersitz und dann darf Sohnemann oder Töchterchen ans Lenkrad. Die Verkehrsbehörde ist erst dann involviert, wenn es zur Prüfung kommt. Bewusstsein schaffen für ethische Regeln im Strassenverkehr sind dann allein der Fantasie des Beifahrers mit Führerschein - Freund, Freundin, Mamma, Pappa - überlassen. Und wenn der Spross dann 18 ist, dann kann er sich eine Höllenmaschine mit V8 Motor und 400 PS besorgen und damit seine Kumpels um die Blöcke fahren. Dass man mit so einem Auto nicht brav am Kanntstein entlangschleicht ist doch wohl bar jeder Diskussion oder? Und dann schön mit 110 im Feierabendverkehr den Highway runter, den Kumpels texten, dass man gerade mit 110 den Highway runter fährt, die Freundin anrufen, dass man gerade auf dem Weg zu ihr ist und nur noch 5 Minuten braucht etc. pp.
Ich bin ja nun schon eine ganze Weile aus Deutschland weg, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da auch so ein Problem ist, weil Fahrschule Pflicht ist und Bewusstsein für die Gefahren des Textens während der Fahrt erzeugt wird - vielleicht auch mit drastischem Bildmaterial. Die TAC (Tranport Accident Commission) ist für derartige Antiwerbung in Australien zuständig. Aber im Moment beschäftigen sie sich noch mit traditionellen Problemen, wie zu schnellem Fahren und Drogen am Steuer.
Zum Thema Mobiltelefon im Auto habe ich noch nichts gesehen. Wäre dann aber wohl auch ziemlich drastisch in der Umsetzung, denke ich...
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Onkel Pauls Australientagebuch: Passwort Tuning (Gastblog von Richard Peters)
Onkel Pauls Australientagebuch: Passwort Tuning (Gastblog von Richard Peters): Mahlzeit allerseits. Ich bin derjenige, bei dem Paul untergekommen ist, in St. Kilda, nicht weit entfernt von der Bucht. Es ist gut in unse...
Passwort Tuning (Gastblog von Richard Peters)
Mahlzeit allerseits. Ich bin derjenige, bei dem Paul untergekommen ist, in St. Kilda, nicht weit entfernt von der Bucht. Es ist gut in unserem Alter jemanden um un zu haben. Wir kennen uns vom deutschen Club Tivoli, wo ich auch Anderen helfe, mit ihren Computern klar zu kommen.
Um das Thema, mit-Computern-klarkommen geht es heute auch. Ist eigentlich mal jemandem aufgefallen wofür man alles Passworter braucht? Heute schon wieder: Ich will mich an einer Forumsdiskussion beteiligen - schwupps, soll ich mich schon wieder registrieren.
Aber, was kann ein Sterblicher im Zeitalter des fortgeschrittenen Hackings eigentlich tun, um seine Daten wirklich zu schützen?
Ich werde mir nicht schon wieder ein neues Passwort ausdenken. Mein Passwort wird auch niemals einen Mix aus Buchstaben, Nummern und Symbolen enthalten. Mein Passwort bleibt so, wie es schon immer war – vielleicht um eine Nummer ergänzt, wenn erforderlich. Aber diese Nummer wird immer null sein. So wichtig es auch für anderer Leute Website ist, dass mein Passwort so toll ist, dass es andere Passwörter auf einer Passwörter-Cocktailparty beeindrucken kann, bleibt es für mich am wichtigsten, dass ich mir mein Passwort merken kann. Wenn ich ein Ass darin wäre, mir irgendwelche bedeutungslosen Informationsschnipsel zu merken, wäre ich mit meinem Talent längst in einer Quizshow aufgetreten. Kann ich aber nicht und bin ich deshalb auch nicht.
Ich benutze ein und das selbe Passwort für jedes Website, an dem ich mich anmelde. Als ich kürzlich mein Passwort verwendet habe, um es am Website der Gibsons Research Corporation testen zu lassen, wurde ich darüber informiert, dass es im Rahmen eines Hackerangriffs in knappen 37,61 Sekunden geknackt werden würde. Ich glaube aber eher, jetzt, wo ich mein Passwort für den Test preisgegeben habe, geht es noch viel schneller.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass es in der nahen Vergangenheit eine Reihe and Cyberattacken gegeben hat in denen riesige Mengen an Passwörtern gestohlen wurden. Im Juni veröffentlichte die Cyber Hacking Gruppe LulzSec (Motto: Lacht seit 2011 ueber Ihre Sicherheitseinstellungen) Namen, Emailadressen, Passwörter, Geburtstage und Anschriften von über 37000 Sonykunden. Im Dezember letzten Jahres hat eine Gruppe mit dem Namen Gnosis mehr als 200000 Emailadressen und Passwörter von registrierten Benutzern des Gawker Websites veröffentlicht.
Jedoch, immer wenn Sicherheitsprobleme dieser Güte sich auftun, sind die Experten schnell zur Hand um die Opfer als Schuldige zu entlarven. Sie behaupten, wir handeln wie Neanderthaler, wenn wir uns Passwörter ausdenken, die nur Kleinbuchstaben und Nummern enthalten. Jede zurückgebliebene Auster könne solch ein Passwort knacken. Leute, die sich mit der Sicherheit von Websites beschäftigen glauben, dass die Vernunft es gebietet, dass alle Welt sich für jede Anmeldung ein anderes Passwort ausdenkt und sich diese alle auch merken kann. Weiterhin wird erwartet, dass Passwörter alle paar Monate überarbeitet (upgedatet) werden, dass dabei kyrillische Buchstaben verwendet werden und dass keines der vielen Passwörter Rückschluesse auf unser Leben oder die Art wie wir denken zulässt. Und warum ist das alles so? Weil Sicherheitsexperten Nerds sind. Aus reinem Spass an der Freud merken Nerds sich die Namen der Monde von Tatooine. Vom wahren Leben haben sie aber keine Ahnung. Sie kommen nicht mal drauf, sich auszumalen, wie es wohl ist, wenn ihre Mutter irgendwann stirbt und sie jedes mal im Falle einer Sicherheitsabfrage bei der Registrierung heiter nach dem Mächennamen ihrer Mutter gefragt werden.
Ein weiteres Problem ist, dass das meiste wofür nach einem Passwort gefragt wird die Mühe überhaupt nicht lohnt. Ich sehe z.B. keinen Grund dafür, mir irgendeinen kryptischen Strang aus Symbolen zu merken, bloss um mir Alternativ Country Musik auf Pandora anzuhören oder um mir die neuesten Tweets von Justin Bieber durchzulesen.
Um meinem Frust über den Passwort-Overkill Luft zu machen habe ich mich an Diana Smetters vom Google Sicherheitsteam gewand. Sie hat mir erklärt, dass sie ein simples System für ihre eigenen Passwörter hat. Sie schreibt sich diejenigen Passwörter auf, die sie nicht regelmässig nutzt und schliesst sie in einen Feuergeschützten Safe in ihrem Haus ein. Ehrlich gesagt kann mir nichts tragischeres ausmalen als jemanden dem das Haus inklusiver seiner gesamten Habe über dem Kopf abbrennt und diesem Jemand fällt dazu nichts besseres ein als, “naja, macht nichts, zum Glück kann ich sicher sein, dass meine Internet Passwörter überlebt haben”.
Frau Smetters hat einen Doktor der Philosophie auf dem Spezialgebiet der Computationalen Neurowissenschaften (zwei eindrucksvolle Begriffe, die sich für mich auf den ersten Blick gegenseitig ausklammern) und einen eigenen Algorithmus anhand dessen sie ihre Passwörter zusammenstellt. Ihr Vorschlag war, dass ich mir ein Wort suche - sowas wie Fussball - und einen beliebigen Buchstabe gross schreibe (sowas wie “fussBall”) und dann ein Ausrufungszeichen ans Ende setze (also “fussBall!”). Dann sollte ich das erste Wort oder den ersten Satz anhängen, an den ich denke, wenn ich Einlass zu einem speziellen Website begehre. Also habe ich mir für meinen Online-Banking-Zugang das Passwort “fussBall!HierWirdManAuchNurVerarscht” ausgedacht.
Frau Smetters hat einen Doktor der Philosophie auf dem Spezialgebiet der Computationalen Neurowissenschaften (zwei eindrucksvolle Begriffe, die sich für mich auf den ersten Blick gegenseitig ausklammern) und einen eigenen Algorithmus anhand dessen sie ihre Passwörter zusammenstellt. Ihr Vorschlag war, dass ich mir ein Wort suche - sowas wie Fussball - und einen beliebigen Buchstabe gross schreibe (sowas wie “fussBall”) und dann ein Ausrufungszeichen ans Ende setze (also “fussBall!”). Dann sollte ich das erste Wort oder den ersten Satz anhängen, an den ich denke, wenn ich Einlass zu einem speziellen Website begehre. Also habe ich mir für meinen Online-Banking-Zugang das Passwort “fussBall!HierWirdManAuchNurVerarscht” ausgedacht.
Aber das ist ziemlich einfach nachzuvollziehen. Also habe ich mich an Kevin Mitnick gewendet.
Herr Mitnick ist ein etwas grösseres Kaliber. Er führt ein Sicherheitsberatungsunternehmen, nachdem er fünf Jahe in Haft verbracht hat für Hacking Attacken. Er schlug vor, dass ich vier Selbstlaute aufschreiben sollte, von vier Mitlauten unterbrochen. Das Ergebnis könne man sich sehr einfach einprägen – “ixulatev” – hallo? Bin ich Klingone oder was? Die einzig sinnvolle Anwendung die mir für dieses System einfällt, ist damit Namen für verschreibungspflichtige Medikamente zu erfinden. Herr Mitnick ergänzte noch zu seinen Ausführungen, dass es viele Leute gibt die ihre Initialen vor ein Wort setzen, das sie beschreibt. Ich schlug deshalb “rpSteinalt!” vor. Wir unterhielten uns noch weitere fünf Minuten in denen er ohne mein bewusstes zutun meinen Geburtstag, meine Sozialversicherungsnummer, meine Adresse und den Mädchennamen meiner Mutter herausgefunden hatte. Die Konversation mit Herrn Mitnick hatte etwas beunruhigendes, als ob er noch mehr über mich wüsste. Sehr private Dinge eben, aber ich hatte auch das Gefühl, dass er davon nicht sonderlich beeindruckt war.
Herr Mitnick ist ein etwas grösseres Kaliber. Er führt ein Sicherheitsberatungsunternehmen, nachdem er fünf Jahe in Haft verbracht hat für Hacking Attacken. Er schlug vor, dass ich vier Selbstlaute aufschreiben sollte, von vier Mitlauten unterbrochen. Das Ergebnis könne man sich sehr einfach einprägen – “ixulatev” – hallo? Bin ich Klingone oder was? Die einzig sinnvolle Anwendung die mir für dieses System einfällt, ist damit Namen für verschreibungspflichtige Medikamente zu erfinden. Herr Mitnick ergänzte noch zu seinen Ausführungen, dass es viele Leute gibt die ihre Initialen vor ein Wort setzen, das sie beschreibt. Ich schlug deshalb “rpSteinalt!” vor. Wir unterhielten uns noch weitere fünf Minuten in denen er ohne mein bewusstes zutun meinen Geburtstag, meine Sozialversicherungsnummer, meine Adresse und den Mädchennamen meiner Mutter herausgefunden hatte. Die Konversation mit Herrn Mitnick hatte etwas beunruhigendes, als ob er noch mehr über mich wüsste. Sehr private Dinge eben, aber ich hatte auch das Gefühl, dass er davon nicht sonderlich beeindruckt war.
Herr Mitnick schlug mir zum Ende des Gesprächs noch vor, mich beim zweistufigen Google Anmeldeprozess zu registrieren. Ich könnte diese Anmeldung für eine Vielzahl von anderen Websites anwenden. Irgendwas mit einem Prozess zu dem es gehört, ein Foto von einem Barcode auf meine Bildschirm, mit meinem Mobiltelefon zu fotografieren oder so...
Ich muss sagen, das scheint ein wirklich effektives Sicherheitssystem zu sein – selbst, nachdem ich mir ein Video darüber zum wiederholten Male angesehen habe, verstehe ich immer noch kein Wort. Aber keine Frage, im Grossen und Ganzen fühle mich schon sehr viel sicherer, aber ich befürchte auch, dass ich mich auf einen sehr beschwerlichen Weg begeben habe, an dessen Ende die Anschaffung einer feuersicheren Safes steht.
Schönen Gruss soll ich noch von Paul ausrichten. Der ist nächsten Monat wieder dabei.
Richard
Ich muss sagen, das scheint ein wirklich effektives Sicherheitssystem zu sein – selbst, nachdem ich mir ein Video darüber zum wiederholten Male angesehen habe, verstehe ich immer noch kein Wort. Aber keine Frage, im Grossen und Ganzen fühle mich schon sehr viel sicherer, aber ich befürchte auch, dass ich mich auf einen sehr beschwerlichen Weg begeben habe, an dessen Ende die Anschaffung einer feuersicheren Safes steht.
Schönen Gruss soll ich noch von Paul ausrichten. Der ist nächsten Monat wieder dabei.
Richard
Freitag, 2. September 2011
Esskultur und Fernsehen - zwei Welten prallen aufeinander...
Als Rentner hat man ja viel Zeit, um sich mit Dingen wie Fernsehen zu beschäftigen. Wie sinnlos diese Beschäftigung sein kann lässt sich zur Zeit in Australien an dem schieren Overkill an Kochsendungen ablesen. Nachdem nun diverse Sendungen ausgelaufen sind, in denen man sich erwartungsvoll anstarrte und hoffte, dass man nicht aus der Sendung fliegt, weil man zu fett ist und einfach nicht abnimmt, starrt man sich nun an und hofft, dass man nicht rausfliegt, weil das Essen, was man in den letzten viereinhalb Stunden zubereitet hat nicht bei den Chefköchen und Gastronomiekritikern durchfällt.
Ich kann hier, in St. Kilda, in Richards Haus ohnehin nur fünf Sender empfangen. Aber auf allen fünf Sendern wird mampfend mit den Augen gerollt und sich gegenseitig versichert, wie wunderbar doch die fritierten Leberwurstmedaillons mit geviertelten Kresseblaettern schmecken, oder irgendeine andere kulinarische Albernheit. Warum sagt nicht mal einer der Fernsehköche sowas wie, "Mein Gott! Das schmeckt ja scheisse!"
Auf dem TV-Sender ABC laufen
The Chef and the Cook
Poh's Kitchen
Jim Stein's Far Eastern Odyssey
Bill's Tasty Weekend
Channel 7
Mercurio's Menu
Channel 9
Sunday Roast
Channel 10
Masterchef
Jamie's 30 Minute Meals
SBS 1
The Future of Food
Gourmet Farmer
Anstatt das Fernsehpublikum mit albernen Rezepten zu nerven, in denen z.B. Johannisbeeren mit Spinat gefüllt werden oder versucht wird ein Tellergericht besonders zur Geltung kommen zu lassen durch hochkant stehende Spiegeleier, sollte man vielleicht mal über den Benimm in der Küche ein paar Worte fallen lassen. Neulich hat Richard mal den Kochlöffel geschwungen. Als er sich gebückt hat, um den Schweinebraten in die Röhre zu schieben hat er gefurzt. Ich muss dazu sagen, dass ich im Wohnzimmer war und gerade ein ausgezeichnetes Bier verköstigte, als ich das typische Klappern und Scheppern vernahm, das wohl jeder kennt, der erst mal Roste und Bleche aus dem Ofen zerren muss, um überhaupt Platz zu haben für den Braten. Gerade als er nämlich schabenderweise das Backblech in den Ofen schob knatterte er auch schon los.
Nicht nur, dass ich mir plötzlich einbildete, dass das Bier nun einen schwefeligen Beigeschmack hat, ich finde auch, dass man sich in der Küche zusammenreissen sollte. Auch wenn's pressiert, sollte man doch in der Lage sein, seinen Körper soweit zu beherrschen, dass anwesende Dritte nicht in emotionalen Aufruhr versetzt werden. Was ich auch gar nicht mag ist, wenn Leute sich mit einem abwesenden Blick, quasi in Trance an den Nasenhaaren herumpopeln oder nach einem Schatz suchen, der sich weiter im Inneren des Nasenstollens befinden muss. Da ist es dann auch egal, ob das in der Küche oder anderswo passiert - z.B. an der Kasse im Supermarkt, vor dem Geldautomaten, oder am Tisch in einem Restaurant.
Was ich auch nicht verstehe ist, dass Richard erst dann das ganze Gerümpel aus dem Ofen zerrt, wenn der Ofen heiss ist. Naja, er kocht halt nicht jeden Tag.
Womit wir dann wieder beim Essen sind: Käthe, eine unserer Bekannten von Deutschen Club (Club Tivoli) hat uns letztes Wochenende besucht. Eigentlich wollten wir nur nach Hawthorn, um in der Glennferrie Road in einem netten Strassenkaffee zu frühstücken. Stattdessen sind wir dann wahnsinnig spontan etwa 100km den Mornington Peninsula hinunter gefahren, bis an die Südostspitze, wo sich Flinders befindet. Vorher haben wir noch einen Abstecher gemacht nach Cape Shank. Das ist quasi in der Mitte des Südendes des Mornington Peninsulas. Ein Felsvorsprung mit einem malerischen Leuchtturm. Ich kann das nur jedem empfehlen, der mal aus der Stadt raus möchte oder mal an einem malerischen Ort verweilen möchte ohne Horden japanischer Fototouristen oder laut palavernder chinesischer Reisegruppen.
Das wollte ich jetzt eigentlich gar nicht erzählen. Ich wollte von Flinders und essen erzählen. Als wir also in Flinders angekommen waren, schlug Käthe vor, dass wir drei (Käthe, Richard und ich) die kleine Hauptstrasse des Ortes mal abflanieren sollten. Während des Flanierens fiel uns ein malerisches Kaffee auf, dass mal ein schönes Holzwohnhaus gewesen sein muss. Jedenfalls gingen wir hinein um im Cafe eine Bestellung aufzugeben. Zunaechst stand am Tresen des Kaffees eine Schiefertafel auf der geschrieben stand: Flathead Fillets - $ 45.- KG. Das war das erste Kaffee das ich je gesehen habe, wo es Fisch zu kaufen gab. Wer weiss, vielleicht hatten sie ja auch Ersatzreifen in der Tiefkühle... Dann stellte sich heraus, dass es keine Nummerntafeln gab, wie sonst ueblich in Australien, die man mit an seinen Tisch nahm. Stattdessen hatte jeder Tisch eine Nummer. Vom Besucher wurde erwartet, dass er sich einen Tisch aussucht und dann zum Tresen geht, die Bestellung aufgibt und die Wunschtischnummer erwähnt. Bis das alles geschehen war, konnte sich draussen jemand anders an den Tisch gesetzt haben. Wir hatten aber Glück und Tisch 18 war immer noch frei, als wir wieder nach draussen auf die Veranda gingen. Neben uns, an Tisch 17, nahm ein Päärchen Platz. Als sie feststellten, dass man nach drinnen muss, um eine Bestellung aufzugeben, hatten sie die kluge Idee, ihre Plätze bereits mit Besteck und Serviette einzudecken und die Stuhllehnen nach vorn, an die Tischkante zu stellen. Kaum waren sie verschwunden, kam eine der Bedienungen, stellte die Stühle wieder normal hin und räumte das Besteck und die Servietten ab. Kurze Zeit später tauchte das Päärchen wieder auf und nahm den Tisch wieder ein, weil sich auch in ihrem Fall glücklicherweise noch niemand an den Tisch gesetzt hatte. Aber jetzt wird's noch besser. Natürlich wurden sie im Kaffee nach ihrer Tischnummer gefragt und die Serviererin wird daraufhin Tisch 17 anlaufen, um dort die bestellten Sachen zu servieren. Jedoch entscheidet sich das Päärchen, sich weiter hinten, in eine ruhigere Ecke zusetzen. Natürlich ist die Serviererin ratlos, als sie einen leeren Tisch vorfindet. Wir waren dann so freundlich und haben der jungen Dame erklärt, dass sich das Päärchen etwas weiter hinten hingesetzt hat.
Ganz ehrlich, wir drei hätten gern den gesamten Nachmittag in dem Kaffee verbracht um dem chaotischen Treiben zuzusehen. Wir hatten noch auf der gesamten Fahrt zurück nach St. Kilda unseren Spass mit dem Erlebten, in dem wohl am chaotischsten organisierten Cafe auf dem Peninsula.
Ein anderes Erlebnis der eher bizarren Art muss ich noch los werden. Wer sich in Melbourne auskennt wird wissen, dass die Vororte Box Hill und zunehmend auch Doncaster in die Hand der Chinesen gefallen sind. In Doncaster befindet sich das Westfield Shopping Town. Ein riesiger Konsumtempel mit zu wenig Parkplatz - zumindest am Wochenende. Richard musste einen IPod besorgen und im Westfield Shopping Center ist wohl der grösste Apple Store Melbournes. Jedenfalls sind wir da letzten Donnerstag, am späten Nachmittag hingefahren, mit Richards Auto. Nachdem sich Richard ausgiebig beraten lassen hat und ich inzwischen jede Ecke des Ladens erkundet hatte sind wir noch schnell nach Ladenschluss zum Coles Supermarkt gelaufen und haben dort etwas Abendbrot gekauft. Ich hatte mal wieder Lust auf Hering in Tomatensosse mit Graubrot - das gibt es da. Die Heringe importiert aus der Heringseindosungshochburg Harrislee.
Als wir dann wieder zurück zu unserem Wagen gingen, war das Parkhaus schon ziemlich leer und draussen war es auch schon dunkel. Vielleicht war das der Grund, warum eine Chinesin älteren Datums in einen imaginären viereckigen Parcour auf dem Parkdeck herumjoggte. Chinesen werden mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Sie tun Dinge, die uns Westlern einfach bizarr oder irrational erscheinen. Aber wer weiss, vielleicht denkt die Chinesin auch, dass die ganzen Westler bescheuert sind, weil sie das Parkdeck nicht fuer eine abendliche Körperertüchtigung benutzen.
Egal. Richard und mir haben die Heringe auf Graubrot ausgezeichnet geschmeckt. Und Richard freute sich, dass er nichts in die Bratröhre schieben musste, das einen unkontrollierten Furz hätte auslösen können. Bleibt zu hoffen, dass ich nicht auch bald so auseinanderfalle...
Ich kann hier, in St. Kilda, in Richards Haus ohnehin nur fünf Sender empfangen. Aber auf allen fünf Sendern wird mampfend mit den Augen gerollt und sich gegenseitig versichert, wie wunderbar doch die fritierten Leberwurstmedaillons mit geviertelten Kresseblaettern schmecken, oder irgendeine andere kulinarische Albernheit. Warum sagt nicht mal einer der Fernsehköche sowas wie, "Mein Gott! Das schmeckt ja scheisse!"
Auf dem TV-Sender ABC laufen
The Chef and the Cook
Poh's Kitchen
Jim Stein's Far Eastern Odyssey
Bill's Tasty Weekend
Channel 7
Mercurio's Menu
Channel 9
Sunday Roast
Channel 10
Masterchef
Jamie's 30 Minute Meals
SBS 1
The Future of Food
Gourmet Farmer
Anstatt das Fernsehpublikum mit albernen Rezepten zu nerven, in denen z.B. Johannisbeeren mit Spinat gefüllt werden oder versucht wird ein Tellergericht besonders zur Geltung kommen zu lassen durch hochkant stehende Spiegeleier, sollte man vielleicht mal über den Benimm in der Küche ein paar Worte fallen lassen. Neulich hat Richard mal den Kochlöffel geschwungen. Als er sich gebückt hat, um den Schweinebraten in die Röhre zu schieben hat er gefurzt. Ich muss dazu sagen, dass ich im Wohnzimmer war und gerade ein ausgezeichnetes Bier verköstigte, als ich das typische Klappern und Scheppern vernahm, das wohl jeder kennt, der erst mal Roste und Bleche aus dem Ofen zerren muss, um überhaupt Platz zu haben für den Braten. Gerade als er nämlich schabenderweise das Backblech in den Ofen schob knatterte er auch schon los.
Nicht nur, dass ich mir plötzlich einbildete, dass das Bier nun einen schwefeligen Beigeschmack hat, ich finde auch, dass man sich in der Küche zusammenreissen sollte. Auch wenn's pressiert, sollte man doch in der Lage sein, seinen Körper soweit zu beherrschen, dass anwesende Dritte nicht in emotionalen Aufruhr versetzt werden. Was ich auch gar nicht mag ist, wenn Leute sich mit einem abwesenden Blick, quasi in Trance an den Nasenhaaren herumpopeln oder nach einem Schatz suchen, der sich weiter im Inneren des Nasenstollens befinden muss. Da ist es dann auch egal, ob das in der Küche oder anderswo passiert - z.B. an der Kasse im Supermarkt, vor dem Geldautomaten, oder am Tisch in einem Restaurant.
Was ich auch nicht verstehe ist, dass Richard erst dann das ganze Gerümpel aus dem Ofen zerrt, wenn der Ofen heiss ist. Naja, er kocht halt nicht jeden Tag.
Womit wir dann wieder beim Essen sind: Käthe, eine unserer Bekannten von Deutschen Club (Club Tivoli) hat uns letztes Wochenende besucht. Eigentlich wollten wir nur nach Hawthorn, um in der Glennferrie Road in einem netten Strassenkaffee zu frühstücken. Stattdessen sind wir dann wahnsinnig spontan etwa 100km den Mornington Peninsula hinunter gefahren, bis an die Südostspitze, wo sich Flinders befindet. Vorher haben wir noch einen Abstecher gemacht nach Cape Shank. Das ist quasi in der Mitte des Südendes des Mornington Peninsulas. Ein Felsvorsprung mit einem malerischen Leuchtturm. Ich kann das nur jedem empfehlen, der mal aus der Stadt raus möchte oder mal an einem malerischen Ort verweilen möchte ohne Horden japanischer Fototouristen oder laut palavernder chinesischer Reisegruppen.
Das wollte ich jetzt eigentlich gar nicht erzählen. Ich wollte von Flinders und essen erzählen. Als wir also in Flinders angekommen waren, schlug Käthe vor, dass wir drei (Käthe, Richard und ich) die kleine Hauptstrasse des Ortes mal abflanieren sollten. Während des Flanierens fiel uns ein malerisches Kaffee auf, dass mal ein schönes Holzwohnhaus gewesen sein muss. Jedenfalls gingen wir hinein um im Cafe eine Bestellung aufzugeben. Zunaechst stand am Tresen des Kaffees eine Schiefertafel auf der geschrieben stand: Flathead Fillets - $ 45.- KG. Das war das erste Kaffee das ich je gesehen habe, wo es Fisch zu kaufen gab. Wer weiss, vielleicht hatten sie ja auch Ersatzreifen in der Tiefkühle... Dann stellte sich heraus, dass es keine Nummerntafeln gab, wie sonst ueblich in Australien, die man mit an seinen Tisch nahm. Stattdessen hatte jeder Tisch eine Nummer. Vom Besucher wurde erwartet, dass er sich einen Tisch aussucht und dann zum Tresen geht, die Bestellung aufgibt und die Wunschtischnummer erwähnt. Bis das alles geschehen war, konnte sich draussen jemand anders an den Tisch gesetzt haben. Wir hatten aber Glück und Tisch 18 war immer noch frei, als wir wieder nach draussen auf die Veranda gingen. Neben uns, an Tisch 17, nahm ein Päärchen Platz. Als sie feststellten, dass man nach drinnen muss, um eine Bestellung aufzugeben, hatten sie die kluge Idee, ihre Plätze bereits mit Besteck und Serviette einzudecken und die Stuhllehnen nach vorn, an die Tischkante zu stellen. Kaum waren sie verschwunden, kam eine der Bedienungen, stellte die Stühle wieder normal hin und räumte das Besteck und die Servietten ab. Kurze Zeit später tauchte das Päärchen wieder auf und nahm den Tisch wieder ein, weil sich auch in ihrem Fall glücklicherweise noch niemand an den Tisch gesetzt hatte. Aber jetzt wird's noch besser. Natürlich wurden sie im Kaffee nach ihrer Tischnummer gefragt und die Serviererin wird daraufhin Tisch 17 anlaufen, um dort die bestellten Sachen zu servieren. Jedoch entscheidet sich das Päärchen, sich weiter hinten, in eine ruhigere Ecke zusetzen. Natürlich ist die Serviererin ratlos, als sie einen leeren Tisch vorfindet. Wir waren dann so freundlich und haben der jungen Dame erklärt, dass sich das Päärchen etwas weiter hinten hingesetzt hat.
Ganz ehrlich, wir drei hätten gern den gesamten Nachmittag in dem Kaffee verbracht um dem chaotischen Treiben zuzusehen. Wir hatten noch auf der gesamten Fahrt zurück nach St. Kilda unseren Spass mit dem Erlebten, in dem wohl am chaotischsten organisierten Cafe auf dem Peninsula.
Ein anderes Erlebnis der eher bizarren Art muss ich noch los werden. Wer sich in Melbourne auskennt wird wissen, dass die Vororte Box Hill und zunehmend auch Doncaster in die Hand der Chinesen gefallen sind. In Doncaster befindet sich das Westfield Shopping Town. Ein riesiger Konsumtempel mit zu wenig Parkplatz - zumindest am Wochenende. Richard musste einen IPod besorgen und im Westfield Shopping Center ist wohl der grösste Apple Store Melbournes. Jedenfalls sind wir da letzten Donnerstag, am späten Nachmittag hingefahren, mit Richards Auto. Nachdem sich Richard ausgiebig beraten lassen hat und ich inzwischen jede Ecke des Ladens erkundet hatte sind wir noch schnell nach Ladenschluss zum Coles Supermarkt gelaufen und haben dort etwas Abendbrot gekauft. Ich hatte mal wieder Lust auf Hering in Tomatensosse mit Graubrot - das gibt es da. Die Heringe importiert aus der Heringseindosungshochburg Harrislee.
Als wir dann wieder zurück zu unserem Wagen gingen, war das Parkhaus schon ziemlich leer und draussen war es auch schon dunkel. Vielleicht war das der Grund, warum eine Chinesin älteren Datums in einen imaginären viereckigen Parcour auf dem Parkdeck herumjoggte. Chinesen werden mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Sie tun Dinge, die uns Westlern einfach bizarr oder irrational erscheinen. Aber wer weiss, vielleicht denkt die Chinesin auch, dass die ganzen Westler bescheuert sind, weil sie das Parkdeck nicht fuer eine abendliche Körperertüchtigung benutzen.
Egal. Richard und mir haben die Heringe auf Graubrot ausgezeichnet geschmeckt. Und Richard freute sich, dass er nichts in die Bratröhre schieben musste, das einen unkontrollierten Furz hätte auslösen können. Bleibt zu hoffen, dass ich nicht auch bald so auseinanderfalle...
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