Nun ist es schon wieder zwei Monate her, dass ich mich gemeldet habe. Obwohl es mir leid tut, hat es mir auch gut getan. Man ist ja im Alter nicht mehr so agil und dann kann es schon passieren, dass man schnell erschöpft ist. Jedenfalls ist es mir so ergangen, weshalb ich meinen Laptop (Jawoll! Laptop, nicht Labtop - die Dinger haben mit Labors nix zu tun. Man hält sie auf den Oberschenkeln, quasi im Schoß, während man darauf herumtippt. Lap = Schoß) erst mal ins Regal gepackt habe, um mich mal etwas anderem zu widmen.
Da fiel mir dann ein, dass ich lange kein Puzzle gelöst habe. Also habe ich mir eines gekauft, mit 1500 Teilen. Wenn schon, denn schon - die grauen Zellen mal wieder auf Vordermann bringen. Aus Deutschland kenne ich praktisch keine anderen Puzzles als die immer gleichen Berge, Seen und Schlösser. Aber was aus der alten Heimat, im weitläufigsten Sinne sollte es schon sein. Also habe ich mein Laptop wieder ausgepackt und erst mal nach Puzzles gesucht.
Erstaunlicherweise werden auch hier, in Australien, die guten Ravensburger Puzzles vertrieben. So habe ich mir dann einen Klassiker von Van Gogh gekauft.Es sieht zwar aus wie alle van Gogh-Bilder, als ob er es mit Maurerkeller und Kleisterpinsel gemalt hätte, aber das Motiv ist dann doch recht ansprechend.
Es heisst Cafeterrasse. Was ich nicht wusste ist: Die gelbe Fläche kann einen wahnsinnig machen. Die Teile sehen praktisch alle gleich aus. Ebenso ist es mit dem blauen Himmel und der Tanne, die von der Seite ins Bild ragt. Naja, ein Ohr habe ich mir deswegen nicht abgeschnitten, aber ich war ein paar mal kurz davor.
Inzwischen habe ich es fasst fertig. Wie gesagt, das Gelb...
Wahrscheinlich hat auch mein Verstand gelitten. Vor zwei Tagen bin ich morgens aufgewacht, nachdem ich davon geträumt hatte, dass sich Otto Graf Lambsdorff und Wolfgang Schäuble im Radio in den Haaren lagen. Man war sich auf dem Flohmarkt als Händler begegnet und warf sich nun gegenseitig lauthals unlauteren Wettbewerb vor. Während ich mir das Gepöbel anhörte, war ich damit beschäftigt, das Metallgehäuse eines Autoradios mit Sojasosse einzupinseln. Dazu benutzte ich weder Mauererkelle noch Kleisterpinsel, sondern einen USB-Stick.
Wahrscheinlich würde sich der Psychologe, dem ich das ohne Vorwarnung erzähle, ein Ohr abschneiden.
Glücklicherweise verfüge ich für gewöhnlich über einen ruhigen Schlaf und Träume sind eher selten. Ich habe später Richard von diesem Traum erzählt, worauf er mir verständnisvoll auf die Schulter klopfte und erzählte, dass er mal geträumt hatte, dass George Bush und Donald Rummsfeld ihn mal in einem Fish'n'Chips Takeaway bedient hätten. "Sie währen sehr freundlich und zuvorkommend gewesen".
Wir haben und daraufhin erst mal ein Bier aufgemacht und uns vor der Tür in unsere Klappstühle gesetzt. Ein kühles Bier, nette Gesellschaft - was will man mehr...

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